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Perfektion ist eine Illusion – warum deine Unvollkommenheit deine wahre Stärke ist

In diesem Beitrag möchte ich dich einladen, deine Stimme zur Perfektion einmal zu hinterfragen. Und gemeinsam mit mir zu entdecken, warum Perfektion eine Illusion ist – und warum genau deine Unvollkommenheit deine größte Stärke sein kann.

Als ich meinen Perfektions-Anspruch entdeckte...

Ich erinnere mich noch gut an meine Zeit als Projektleiterin in einem pharmazeutischen Callcenter. Viele Stunden habe ich damals damit verbracht, medizinische Trainings zu entwickeln – über das Nervensystem, den Hormonhaushalt, das Herz-Kreislauf-System. Ich wusste, wie sensibel diese Systeme reagieren. Wie sehr sie Balance brauchen. Und wie schnell sie aus dem Gleichgewicht geraten, wenn der Druck zu groß wird.

An einem Abend saß ich an meinem Schreibtisch und feilte an einer Präsentation.
Eigentlich war alles fertig. Der Inhalt stimmte, die Struktur war klar. Und trotzdem machte ich weiter. Es war spät. Mein Körper war nicht erschöpft im dramatischen Sinn – eher leer. Die Schultern schwer, der Atem flach. Und diese vertraute Stimme im Kopf:
Das geht noch besser. Nur ein bisschen runder. Dann ist es gut.

Und dann hielt ich inne. Nicht, weil etwas falsch war. Sondern weil mir plötzlich klar wurde: Ich arbeite nicht weiter, weil es noch nicht gut ist. Ich arbeite weiter, weil ich glaube, dass es erst perfekt sein muss, bevor ich aufhören darf.

Das war kein Zusammenbruch. Kein großes Drama. Nur ein stilles Erkennen.

In diesem Moment wurde mir bewusst, wie tief diese Idee von Perfektion in mir verankert war – selbst bei Themen wie Achtsamkeit, Intuition und innerer Ruhe. Ausgerechnet dort, wo es eigentlich um Weichheit und Vertrauen gehen sollte.

Lieber Hören als Lesen?

Was wir unter Perfektion verstehen – und warum sie uns so antreibt

Perfektion ist kein natürlicher Zustand.
Sie ist ein Bild. Ein Ideal. Eine Vorstellung davon, wie wir sein sollten.

Perfekt heißt in unserer Welt oft:

  • alles im Griff haben
  • keine Fehler machen
  • belastbar sein, auch wenn die Kraft fehlt
  • funktionieren – möglichst reibungslos

Perfektion verspricht Sicherheit. Anerkennung. Zugehörigkeit.
Und genau deshalb ist sie so verführerisch.

Doch Perfektion ist starr. Sie lässt keinen Raum für Wandel, für Pausen, für echte Gefühle. Sie kennt kein „heute geht es nur langsam“. Und kein „das reicht jetzt“.

Das Leben aber ist nicht starr. Es ist lebendig.

Warum besonders Frauen nach Perfektion streben

Viele Frauen haben früh gelernt, zwischen den Zeilen zu lesen.
Zu spüren, was erwartet wird – und sich danach auszurichten.

Sei stark, aber nicht zu laut.
Sei fürsorglich, aber vergiss dich nicht ganz.
Sei erfolgreich, aber bitte mühelos.

Perfektion wird zur Strategie.
Nicht aus Eitelkeit – sondern aus dem Wunsch heraus, es richtig zu machen. Gemocht zu werden. Dazuzugehören.

Der innere Anspruch entsteht oft dort, wo wir gelernt haben, uns selbst zurückzustellen. Wo Anpassung Sicherheit versprach. Und wo Leistung mehr gesehen wurde als Bedürfnisse.

Das ist kein persönliches Versagen.
Das ist Prägung.

Warum Perfektion eine Illusion ist

Perfektion tut so, als gäbe es einen Punkt, an dem alles stimmt.
An dem wir angekommen sind. Fertig. Ganz.

Doch das Leben verläuft nicht linear.
Es ist zyklisch – wie die Jahreszeiten.

Es gibt Zeiten des Wachstums und Zeiten des Rückzugs.
Phasen voller Energie – und solche, in denen Stille nötig ist.

Perfektion ignoriert diese Rhythmen.
Sie verlangt Sommer im Winter.
Klarheit, wenn eigentlich Verwirrung dran ist.
Leistung, wo Erholung gebraucht wird.

Und genau deshalb ist sie eine Illusion.
Weil sie das Menschliche ausklammert.

Unvollkommenheit – der Ort, an dem echte Stärke entsteht

Unvollkommenheit bedeutet nicht, aufzugeben.
Sie bedeutet, ehrlich zu werden.

Ehrlich mit dir selbst.
Mit dem, was gerade möglich ist.
Mit dem, was dich müde macht.
Und mit dem, was Zeit braucht.

Unvollkommenheit schafft Nähe.
Zu dir. Und zu anderen.

Denn echte Verbindung entsteht nicht durch perfekte Fassaden, sondern durch Risse, durch Zweifel, durch gelebte Wahrheit.

Wie ein Baum mit knorrigem Stamm.
Nicht makellos. Aber tief verwurzelt.
Nicht gerade. Aber standfest.

Deine Unvollkommenheit macht dich menschlich.
Und Menschlichkeit ist eine stille, tragende Kraft.

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Drei Wege, deine Unvollkommenheit im Alltag als Stärke zu leben

Das „gut-genug“-Prinzip

Wähle jeden Tag eine Sache, die du bewusst nicht perfektionierst.
Nicht aus Nachlässigkeit – sondern aus Selbstachtung.

Sag dir innerlich:
Das ist heute gut genug.

Beobachte, was passiert.
Oft taucht zuerst Unruhe auf. Und darunter: Erleichterung.

Deine Wahrheit aufschreiben

Nimm dir ein paar Minuten und vervollständige diesen Satz schriftlich:

„Ich bin nicht perfekt – und genau das hilft mir, weil …“

Schreib ohne Anspruch. Ohne Bewertung.
Hier zeigt sich oft eine Weisheit, die du längst in dir trägst.

Den Körper wieder einbeziehen

Perfektion lebt im Kopf.
Unvollkommenheit wohnt im Körper.

Lege eine Hand auf dein Herz, eine auf den Bauch.
Atme ruhig ein und aus.

Und frage dich:
Was brauche ich gerade wirklich – jenseits von Erwartungen?

Vertrau der ersten leisen Antwort.

Wenn du Perfektion loslässt, wird Energie frei

Viele Frauen berichten, dass sie sich müde fühlen – ohne zu wissen warum.
Oft ist es nicht der Alltag selbst, der erschöpft.
Sondern der innere Anspruch, ihn perfekt bewältigen zu müssen.

Wenn du diesen Anspruch loslässt, wird Energie frei.
Nicht die antreibende, laute Energie.
Sondern eine ruhige, nährende Kraft.

Deine Stärke liegt nicht im Perfektsein

Du musst nicht perfekt sein, um wertvoll zu sein.
Du darfst unvollkommen sein – und genau darin wachsen.

Vielleicht ist deine größte Stärke nicht das Durchhalten.
Sondern das Loslassen.

Nicht auf einmal.
Sondern Schritt für Schritt.
In deinem Tempo.

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