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Aufmerksam sein, nicht aufdringlich – wie du mit Präsenz Raum schaffst statt Druck

Es ist früher Morgen.
Du sitzt am Küchentisch, der erste Tee dampft noch. Dein Kind erzählt etwas – halb verschlafen, halb aufgewühlt. Du hörst zu. Und während die Worte noch kommen, merkst du: In deinem Kopf formt sich bereits eine Antwort. Ein Vorschlag. Eine Lösung. Ein „Das kenne ich“.

Du bist aufmerksam. Und doch innerlich schon einen Schritt weiter.

Genau hier liegt der feine Unterschied, um den es in diesem Prinzip geht.
Präsenz ist nicht dasselbe wie Reaktion.
Und Nähe entsteht nicht durch Tun, sondern oft durch das, was wir nicht tun.

In diesem achten Teil der Serie „Prinzipien einer Wolfsfrau“ geht es um eine Haltung, die leise ist – und gerade deshalb kraftvoll:
Aufmerksam sein, ohne aufdringlich zu werden. Präsenz mit Weite.

🐺 Die Wölfin an der Lichtung – wach, aber still

Stell dir eine Wölfin am Rand einer Lichtung vor.
Sie ist vollkommen wach. Ihr Blick ist weit, ihre Ohren nehmen jedes Geräusch auf. Sie ist da – ganz. Und doch springt sie nicht sofort los. Sie beobachtet. Spürt. Wartet.

Ihre Präsenz ist eindeutig.
Aber sie drängt sich nicht auf.

Diese Qualität ist selten geworden in einer Welt, die schnelle Antworten liebt. Und doch ist sie es, nach der sich viele Menschen sehnen: gesehen werden, ohne überrollt zu werden.

Lieber Hören als Lesen?

Warum wir oft zu viel tun – und damit zu viel werden

Viele Frauen haben früh gelernt:
Ich bin wertvoll, wenn ich reagiere. Wenn ich helfe. Wenn ich da bin.

Also springen wir innerlich sofort auf, wenn jemand spricht. Noch während das Gegenüber erzählt, beginnt unser Kopf zu arbeiten: Lösungen, Ratschläge, nächste Schritte.

Das ist meist gut gemeint.
Und trotzdem passiert etwas Ungünstiges:
Wir nehmen dem anderen den Raum, seinen eigenen Prozess zu entfalten.

Im Coaching – aber auch im privaten Umfeld – zeigt sich das immer wieder:
Menschen fühlen sich nicht wirklich gehört, obwohl ihnen jemand aufmerksam gegenüber sitzt. Weil diese Aufmerksamkeit bereits mit Richtung, Lösung oder Bewertung gefüllt ist.

Präsenz wird mit Aktion verwechselt.

Doch nicht jede Situation braucht eine Antwort.
Manche brauchen einfach nur Raum.

Präsenz ist Vertrauen – nicht Kontrolle

Eine Wolfsfrau weiß:
Ich muss nicht eingreifen, um da zu sein.
Ich muss nicht reagieren, um präsent zu sein.

Wahre Präsenz bedeutet:
Ich vertraue deinem inneren Rhythmus.
Ich halte Raum, statt ihn zu füllen.

Und genau das ist für viele ungewohnt. Denn Stille fühlt sich schnell wie Untätigkeit an. Wie Nicht-genug-sein. Doch in Wahrheit ist sie oft der Moment, in dem sich etwas ordnet.

Drei Wege zu einer wachen, aber weiten Präsenz

1. Zuhören mit bewussten Pausen

Das ist herausfordernder, als es klingt.

Wenn jemand dir etwas erzählt, probiere Folgendes:
Lass die Person ausreden – und dann sag nichts.
Zähle innerlich bis zehn. Oder zwanzig.

Diese Pause fühlt sich oft unangenehm an.
Doch genau in dieser Stille passiert etwas Entscheidendes:
Der andere spricht weiter. Findet neue Worte. Geht tiefer.

Diese Pause sagt ohne Worte:
Ich vertraue deinem Prozess.

Und manchmal entsteht genau dort die eigene Lösung des Gegenübers – ganz ohne dein Zutun.

2. Die 15-Prozent-Regel – weniger ist oft mehr

Ein klassisches Beispiel aus dem Alltag:
Du wirst um Hilfe gebeten – und gibst mehr, als gefragt ist.
Ein bisschen aus Fürsorge. Ein bisschen aus Gewohnheit. Ein bisschen aus dem Wunsch heraus, gebraucht zu werden.

Am Ende bist du erschöpft.
Und vielleicht sogar enttäuscht, wenn die Dankbarkeit ausbleibt.

Die 15-Prozent-Regel hilft dir, präsent zu bleiben, ohne dich zu verlieren:

> Gib das, worum du gebeten wurdest – und höchstens einen kleinen Zusatz.

Nicht alles. Nicht das ganze Drumherum.
Nur ein kleines Plus.

Das hält deine Energie bei dir – und lässt dem anderen seine Eigenverantwortung.

3. Stille Begleitung – Nähe ohne Worte

Manche Situationen brauchen keine Erklärung.
Keinen Trost. Keine Lösung.

Wenn jemand traurig ist, reicht es manchmal, da zu sein.
Neben der Person zu sitzen. Eine Hand auf dem Rücken. Ein ruhiger Atem.

Keine Sätze, die etwas reparieren wollen.
Keine Aufmunterung, die zu früh kommt.

Das ist eine hohe Form von Präsenz – und ein tiefer Respekt vor dem inneren Raum des anderen.

Eine kleine Übung für deinen Alltag

Diese Woche kannst du bewusst mit Präsenz experimentieren:

  • Achte auf Situationen, in denen du helfen oder reagieren willst.
  • Frag dich: Was wurde wirklich von mir erbeten?
  • Erfülle genau das – und gib maximal 15 % mehr.

Und beim Zuhören:
Zähle innerlich bis zehn, bevor du antwortest.

Spür nach, was sich verändert.
In dir. Und im Gegenüber.

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Warum dein Nervensystem davon profitiert

Wenn du weniger reagierst und mehr hältst, passiert auch körperlich etwas:
Dein Nervensystem muss nicht ständig in Aktion gehen.
Der innere Druck sinkt. Dein Atem wird ruhiger. Deine Präsenz weiter.

Du bleibst bei dir – und genau das macht Begegnungen entspannter.
Für alle Beteiligten.

Wenn du merkst, dass dein System oft sehr schnell anspringt, kann es hilfreich sein, dich bewusst zu regulieren, bevor du reagierst. Kleine körperliche Übungen können dabei unterstützen, wieder in Weite zu kommen.

Die leise Kraft der Wolfsfrau

Die Wolfsfrau führt nicht durch Lautstärke.
Sie führt durch Präsenz.

Sie weiß:
Nicht jedes Rascheln verlangt nach Bewegung.
Nicht jede Geschichte nach einer Antwort.

Manchmal genügt es, wach zu sein.
Still. Offen. Und ganz bei sich.

Wenn du das übst, wird etwas spürbar leichter:
Beziehungen entspannen sich. Erwartungen lösen sich.
Und du bleibst in Verbindung – ohne dich selbst zu verlieren.

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