Warum ich angefangen habe zu sprechen – und was meine Stimme seither verändert hat
Dieser Blogartikel erscheint im Rahmen der Blogparade zum Thema ‚Darum liebe ich meinen Podcast‘ von Barbara & Dagmar und ihrem Micro Audio Symposium.
Es gibt diesen Moment, kurz bevor man auf Aufnahme drückt. Eine kleine Stille. Dann Atem holen. Dann loslegen.
Ich erinnere mich noch gut an das erste Mal. Kein Studio, kein aufwendiges Setup – nur ich, mein Mikrofon und die Frage: Wer hört mir eigentlich zu?
Heute weiß ich: viele. Und manche davon hätte ich niemals durch einen Blog-Beitrag oder einen Instagram-Post erreicht.
Die Frage, die alles ins Rollen gebracht hat
Ich bin Bloggerin, Content Creatorin und Coach. Ich habe jahrelang geschrieben – über Mitarbeiterführung, Zeit- und Konfliktmanagement, über Stressabbau und über den Rollenspagat der Frauen. Inzwischen schreibe ich nur noch für die Wolfsfrau – über innere Stärke, über das stille Wissen, das in jeder Frau schlummert. Ich liebe das Schreiben. Und trotzdem beschlich mich irgendwann eine Frage, die ich nicht mehr loswerden konnte:
Wie kann ich mein Wissen in kleinen, verdaubaren Häppchen zu den Frauen bringen, die keine Zeit haben, im Netz nach Lesestoff zu suchen?
Frauen, die morgens um 6 Uhr das Haus verlassen und abends erschöpft zurückkommen. Frauen, die zwischen Arbeit, Familie und gesellschaftlichen Erwartungen jonglieren und sich fragen, wann eigentlich sie an die Reihe kommen. Frauen, die sich keine 20 Minuten nehmen können, um einen Blog-Artikel zu lesen – aber die Kopfhörer in der Handtasche haben: auf dem Weg zur Arbeit, wenn sie die Kids zum nachmittäglichen Sporttraining bringen, während sie Fenster putzen, staubsaugen, bügeln oder die Wäsche falten.
Der Podcast war die Antwort. Nicht geplant, nicht strategisch durchkalkuliert. Eher: logisch. Naheliegend. Ein bisschen auch überfällig.
Ein neuer Ausdruck – und eine Lücke schließen
Ich wollte nicht nur ein weiteres Format bedienen. Ich wollte etwas Neues ausprobieren. Eine andere Art, Präsenz zu zeigen. Text ist das eine – aber Sprache trägt eine andere Energie. Sie ist unmittelbarer. Sie klingt, lange nachdem die Worte verklungen sind.
Gleichzeitig sah ich eine Lücke: Die Inhalte, die ich transportiere, sind kleine Übungen, Reflexionsfragen oder Anleitungen für zwischendurch. Immer da, wo nicht viel Zeit ist, Selbstfürsorge zu betreiben, sollen meine Impulse einen kleinen Anreiz liefern. Das ist schwer, wenn das ausschließlich schriftlich in Blog-Beiträgen passiert. In einer Podcast-Episode lässt sich das viel einfacher transportieren. Und da es zu jeder Episode auch einen Blog-Beitrag gibt, kann gerne nachgelesen werden, was nachklingt.
Sogar die Rituale aus den jahreszeitlichen Bucket-Listen habe ich eingesprochen – so können auch diese angehört werden, unterwegs, in einer ruhigen Minute, wann immer es passt.
Meine Zielgruppe braucht Impulse, die sie unterwegs erreichen. Beim Kochen. Beim Spazierengehen. Im Auto zwischen zwei Terminen. Nicht erst dann, wenn sie sich hinsetzen und konzentriert lesen können.
Audio funktioniert genau da, wo vieles andere aufhört.
Was mich antreibt – und worum es wirklich geht
Der Wolfsfrau-Podcast dreht sich um das, was viele Frauen kennen, aber selten laut benennen: die Erschöpfung hinter dem Funktionieren. Den inneren Ruf nach etwas, das sich echter anfühlt. Die leise Ahnung, dass da noch mehr in ihnen steckt.
Manchmal ist eine Episode ganz konkret – wie „Wie du trotz Alltagsstress kleine Rituale für dich schaffst“. Darin stelle ich vier Ritualideen vor, die sich ohne Aufwand und ohne zusätzlichen Druck in einen vollen Tag integrieren lassen. Keine Morgenroutine aus dem Hochglanzmagazin. Sondern echte, alltagstaugliche Anker – für Frauen, die schon genug um die Ohren haben.
Eine andere Episode fragt: Was braucht es, um den Frühling nicht nur draußen zu erleben, sondern auch in dir selbst? „Frühlings-Mut“ – Teil meiner jahreszeitlichen Bucket-Listen-Reihe – lädt dazu ein, die eigene Komfortzone auf sanfte Art zu verlassen. Nicht als Mutprobe. Sondern als Einladung zurück zur eigenen Lebendigkeit.
Dann gibt es Folgen, die tiefer gehen. In „Rituale für einen Neubeginn“ stelle ich die fünf Wolfsfrau-Persönlichkeiten vor – die Erschöpfte, die Tragende, die Suchende, die Wachende und die Rückkehrende – und gebe jeder von ihnen einen eigenen Ritual-Impuls. Weil ich überzeugt bin: Eine Frau, die weiß, wo sie gerade steht, braucht keine allgemeinen Ratschläge. Sie braucht den einen passenden Schritt.
Dieser Gedanke trägt auch die Episode „Das Wolfsfrau-Quiz und was es dir verrät“, in der ich erzähle, wie das Quiz entstanden ist – und warum ich glaube, dass wir keine weiteren allgemeinen Impulse brauchen, sondern Orientierung, die zu genau dem Moment passt, in dem wir uns befinden. Kein Label. Kein Urteil. Nur ein ehrlicher, liebevoller Blick auf sich selbst.
Das ist es, was mich antreibt. Episode für Episode.
Wie viel Wolfsfrau steckt in dir?
Wie viel Wolfsfrau steckt in dir?
Manchmal merken wir nur, dass etwas nicht mehr ganz stimmig ist. Wir funktionieren, tragen Verantwortung – und verlieren dabei leise den Kontakt zu uns selbst.
Das Wolfsfrau-Quiz ist eine Einladung, kurz innezuhalten und hinzuspüren: Wo stehe ich gerade?
Welche Qualität der Wolfsfrau lebt in mir – und welche möchte gestärkt werden?
In 10 kurzen Aussagen erhältst du eine persönliche Einordnung und eine erste Orientierung für deinen nächsten, stimmigen Schritt.
Kein richtig oder falsch.
Nur ein Moment des Wieder-Bei-dir-Ankommens.
Was der Podcast mit meiner Community gemacht hat
Ich hätte nicht gedacht, wie sehr sich etwas verschieben würde.
Heute ist der Podcast mein Herzstück. Alles andere – Social Media, Blog, Newsletter – dreht sich um ihn herum. Eine Episode gibt mir nicht nur ein Thema. Sie gibt mir einen Faden, der sich durch die ganze Woche zieht. Durch alle Kanäle. Durch alle Formate.
Was mich dabei besonders freut: die Langlebigkeit. Ein Instagram-Post verschwindet nach kurzer Zeit aus dem Feed. Eine Podcast-Episode bleibt. Noch in einem Jahr kann jemand auf sie stoßen, hören, sich angesprochen fühlen. Das ist Community-Aufbau, der nicht mit dem Algorithmus stirbt.
Und natürlich: der Podcast ist auch das natürlichste Zuhause für mein Wolfsfrau-Quiz und das Workbook Jahreszeitliche Selbstfürsorge. Ich muss diese Angebote nicht verkaufen – ich kann sie einweben. Beiläufig. Im Gespräch.
Was passiert, wenn ich das Mikrofon anmache
Ich werde oft gefragt, ob es einen Unterschied gibt zwischen „meinem ich“ beim Schreiben und „meinem ich“ beim Sprechen.
Ehrlich gesagt: nicht wirklich.
Das klingt vielleicht unspektakulär. Aber für mich ist es eigentlich das Schönste daran. Es gibt keine „Podcast-Anette“, die sich ein besonderes Kostüm anzieht. Es gibt nur mich. Mit meiner Stimme. Mit meinen Gedanken. So, wie ich auch einem echten Menschen gegenübersitzen würde.
Vielleicht ist das genau das, was Stimme kann, was Text manchmal nicht schafft: Sie zeigt, dass da wirklich jemand ist.
Die Überraschung
Ich teile neue Folgen auch über WhatsApp. Und damit passierte etwas, womit ich nicht gerechnet hatte.
Mein privates und mein Business-Umfeld verschmelzen.
In der Vergangenheit gab es eine Business-Anette und eine private Anette. Zwei getrennte Welten. Aber mein Thema – die Wolfsfrau, innere Stärke, Selbstfürsorge, das stille Wissen einer Frau – das gehört nicht in eine Schublade. Es gehört ins Leben. In alle Bereiche davon.
Und genau das erlebe ich gerade. Menschen aus meinem Alltag hören meine Episoden. Menschen, mit denen ich nicht gerechnet hätte. Nachbarinnen. Freundinnen aus Schulzeiten. Kolleginnen von früher und heute. Sie schreiben mir. Sie sagen, dass sie sich angesprochen fühlen. Sogar Männer vom Stammtisch meines Mannes haben sich positiv zu den Wolfsfrau-Episoden geäußert. Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet.
Das freut mich mehr als jede Reichweitenstatistik.
Was fehlen würde
Manchmal stelle ich mir vor: Was wäre, wenn es den Podcast nicht gäbe?
Ich würde immer noch schreiben. Immer noch da sein.
Aber es würde etwas fehlen. Diese direkte, warme Verbindung. Diese Möglichkeit, mit einer Frau in ihrer Küche, in ihrem Auto, auf ihrer Laufrunde zu sein – ohne, dass sie extra etwas tun muss dafür.
Und vielleicht das Wichtigste: Ich würde eine Version von mir vermissen, die ich erst durch den Podcast kennengelernt habe.
